Bewegung am Arbeitsplatz

 Burnout: Die totale Erschöpfung

Burnout ist ein Zustand, den viele nicht so richtig ernst nehmen. Es ist kein offizielles Krankheitsbild, daher gibt es auch keine einheitliche Definition. Klar ist aber, dass sich mehr und mehr Menschen ausgebrannt fühlen – von zu viel Stress auf der Arbeit, von zu viel emotionalen Problemen. Denn hinter unserer Leistungsgesellschaft steckt eine unerbittliche Logik: Nur wer mithalten kann, ist etwas wert. Das ist fatal.

Burnout und Depression

Jeder kennt es: Prüfungsstress, wichtige Projekte oder neue Kunden. Es gibt Phasen im Leben, die belastend sind, das ist normal. Nur, wenn dieser Zustand anhält und dann auch noch die Wertschätzung von Vorgesetzten und Kollegen fehlt – dann wird es gefährlich.

Jeder sechste Mensch, der sich ausgebrannt fühlt, erfüllt Symptome einer Depression: Antriebslosigkeit, Mutlosigkeit, Müdigkeit, Leere und Sinnlosigkeit. Sind das also schon Anzeichen für ein Burnout? Wenn dieser Zustand länger als zwei Wochen anhält, fällt er laut der gängigen Diagnosemethode in den Bereich der depressiven Verstimmung. Aber: Burnout ist nicht gänzlich gleichzusetzen mit einer Depression – auch wenn Ärzte und Psychotherapeuten das häufig vermischen. Burnout-Symptome sind eher kontextbezogen, das heißt, sie werden durch schwierige (meist) berufliche Situationen ausgelöst. Eine Depression hingegen ist nicht kontextbezogen, sie kommt häufig plötzlich oder ist dauernd latent vorhanden.

Woran erkennt man ein Burnout?

Klar ist aber, dass Burnout und Depression oft Hand-in-Hand gehen: Die Symptome überschneiden sich, ein ausgebrannter Mensch erlebt zu dieser Zeit meist eine depressive Verstimmung. Der Standardtest, um die Symptome einzuordnen, stammt von der US-amerikanische Psychologin Christina Maslach. Sie entwickelte Ende des 20. Jahrhunderts den Maslach Burnout Investor (MBI) – der bis heute am häufigsten genutzte Fragebogen, wenn es um Burnout geht. Als Hauptmerkmale listet sie emotionale Erschöpfung, Gleichgültigkeit, Zynismus und verringerte Leistungsfähigkeit auf.

So weit muss es aber nicht kommen. Wer einige Alarmsignale beachtet und entsprechend gegensteuert, kann die völlige Erschöpfung noch verhindern.

  • Schlafstörungen: Wer ständig nachts grübelnd aufwacht und morgens immer müde ist, sollte das beobachten.
  • Erholungsphasen reichen nicht mehr: Wenn sogar ein zweiwöchiger Urlaub nicht mehr reicht, um sich zu entspannen – oder das Wochenende ständig als „zu kurz“ wahrgenommen wird.
  • Motivationslosigkeit: Wer zunehmend zynisch ist im Umgang mit Kollegen oder der eigenen Arbeit und keinen Sinn mehr darin sieht, sollte vorsichtig sein. Darüber hinaus nimmt die Leistung nach.
  • sozialer Rückzug: Wer keine Freude mehr an sozialen Veranstaltungen und Treffen mit Freunden sieht, ist gefährdet. Auch das Vernachlässigen von Hobbys ist ein Zeichen dafür, dass eine Erschöpfung ansteht.

Der Erschöpfung einen Schritt voraus

Wir haben es nie gelernt, richtig mit Stress umzugehen: Stressbewältigung stand nicht auf unseren Stundenplan. Wie lassen sich also ständige Belastungen ertragen, ohne dabei auszubrennen? Wichtig ist es erst einmal, emotional Abstand zu gewinnen. Schwierige Situationen im Berufsalltag oder Streit mit dem Partner kommen vor – die Devise heißt hier: Die Lage annehmen, wie sie ist, ohne zu bewerten, oder die Situation verlassen.

Darüber hinaus hilft eine klare Trennung zwischen Beruf und Privatleben enorm. Nach der Arbeit sollten keine Mails oder Nachrichten mehr gecheckt werden. Ein guter Tipp: Zeit für sich fest einplanen. Bewegung hilft und es ist gut und gesund, einen oder zwei Abende in der Woche nur für Netflix oder Lesen zu reservieren – das Hamsterrad muss auch mal still stehen.

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Stress frühzeitig erkennen

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